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Aktivkohle Zahnpasta

Aktivkohle Zahnpasta für weißere Zähne?

Strahlend weiße Zähne wie in der Fernsehwerbung sieht man in der realen Welt eher selten. Dennoch wünschen sich mittlerweile viele Personen weißere Zähne. Um dies zu erreichen werden die verschiedensten Methoden herangezogen und ausprobiert. Die wohl sicherste zugleich aber auch teuerste Variante ist ein professionelles Bleaching durch den Zahnarzt. Wer jedoch für seine Zähne nicht gar so weit in die Geldtasche greifen möchte, für den entwickeln Hersteller laufend neue Produkte. Eines davon ist die Zahnpasta mit Aktivkohle. Diese verspricht die Zähne aufzuhellen und vor Karies zu schützen. Das etwas Skurrile an der Zahnpasta ist ihre Farbe, die ist nämlich kohlrabenschwarz. Trotz dieses Kontrastes soll sie die Zähne aufhellen und dabei noch von Verunreinigungen befreien.

Was Aktivkohle eigentlich ist und wie sie in der Zahnpasta funktioniert erfahren Sie hier.

Was ist Aktivkohle und wie wird sie hergestellt?

Die sogenannte Aktivkohle oder medizinische Kohle besteht überwiegend aus Kohlenstoff und wird aus pflanzlichen Rohstoffen erzeugt.
Die Struktur der Kohle ähnelt der eines Schwammes, wodurch die Aktivkohle eine sehr große Oberfläche (bis zu 1.500 m2/g) hat und stark adsorbierend ist. Erhältlich ist sie entweder als Pulver, in Kapseln oder als Zusatzstoff in verschiedenen Produkten z.B. Zahnpasta.

Gewonnen wird die Aktivkohle zu meist aus pflanzlichen Materialien mit einem hohen Sauerstoffgehalt. Dazu zählen neben Torf, Baumrinde und Nussschalen auch Stein- und Braunkohle. Es gibt zwei verschiedene Varianten der Herstellung von Aktivkohle; die chemische Aktivierung und die Gasaktivierung. Bei der chemischen Aktivierung wird ein unverkohltes Gemisch mit Dehydratisierungsmittel auf 500-900°C erhitzt.
Die Gasaktivierung oder trockenes Destillationsverfahren ermöglicht eine noch größere Oberfläche des Endproduktes. Hier wird das Ausgangsmaterial, ohne Sauerstoffzufuhr, auf ca. 800°C erhitzt. Dadurch entsteht eine sogenannte Rohaktivkohle, die mit Wasserdampf oder Kohlendioxid bei Temperaturen zwischen 700°C und 1000°C aktiviert wird.

Verwendungszwecke der Aktivkohle

Der schwarze Inhaltsstoff kann sehr universell eingesetzt werden.
Hauptsächlich ist die medizinische Kohle aber als Arzneimittel bekannt. So hilft sie beispielsweise bei Verdauungsproblemen und Vergiftungen. Durch ihre stark bindende Eigenschaft nimmt die Kohle Schadstoffe, Keime und Bakterien auf und neutralisiert diese. Danach folgt eine Ausscheidung aus dem Körper und der Patient ist geheilt. Zwar hilft die medizinische Kohle nicht gegen jedes Gift, ist dafür aber sehr gut verträglich und kann kaum überdosiert werden.

Allerdings sollte man hierbei beachten, dass die Aktivkohle nicht nur schädliche Stoffe an sich bindet, sondern auch gesunde Mineralien, Keime u.ä. aufnimmt und aus dem Körper entfernt ohne dass sie ihre positive Wirkung entfalten können. Daher ist umstritten, wie gesund der Trend Aktivkohle als Zutat verschiedenster Smoothies anzusehen ist, denn auch wenn die Kohle als entschlackend bezeichnet wird und beim Abnehmen unterstützen soll, so werden die positiven Nährstoffe der übrigen Zutaten neutralisiert und haben so keine Auswirkung auf den Körper.

Des Weiteren ist die Aktivkohle mittlerweile auch ein fester Bestandteil in der Kosmetikbranche. Haarshampoos, Duschgels, Gesichtsmasken etc. beinhalten oftmals Aktivkohle. Die Hersteller werben mit der adsorbierenden Eigenschaft, die Haut und Haare von Schmutz und Verunreinigungen befreien soll. Dabei dringt die Kohle poren- bzw. fasertief ein und hinterlässt so ein gründlich gereinigtes Hautbild und eine glänzend schöne Haarpracht. Zu guter Letzt wird Aktivkohle sehr häufig zu industriellen Zwecken verwendet. Sie dient als Wasser- und Gasfilter, aber auch als Lebensmittelfarbe in Marmeladen und Süßwaren.

Die Geschichte der Aktivkohle

Die Verwendung von medizinscher Kohle in ihrer heutigen Form geht nicht sehr lange zurück, jedoch erkannten bereits die Römer, Ägypter, Griechen und Indern die Vielseitigkeit der Kohle und nutzten sie als Gegenmittel bei Vergiftungen, zur Wasserfilterung und zur Einbalsamierung von Verstorbenen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte der schwedische Chemiker Karl Wilhelm Scheele die erste wissenschaftliche Studie zu Aktivkohle durch und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie erstmal in der Industrie verwendet. 2016 wurde die Aktivkohle zum neuesten Trend in der Kosmetikbranche und hat auch in der Ernährung ihren Platz gefunden.

Wie wirkt sich Aktivkohle Zahnpasta nun auf die Zähne aus?

Bevor wir uns auf die Wirkung der Zahnpasta stürzen sei erwähnt, dass die natürliche Farbe der Zähne genetisch bedingt ist. Es gibt also Personen, die von Geburt an mit einem strahlend weißen Lächeln gesegnet sind, andere wiederrum haben eine etwas gelblichere Grundfarbe der Zähne. Die Zähne können sich im Laufe der Jahre aber durchaus auch verfärben, dies geschieht vorrangig durch den Konsum von Kaffee, Zigaretten, Alkohol (vor allem Rotwein) und Tee. In diesen Fällen kommt in vielen Menschen der Wunsch hoch, die Zähne wieder heller werden zu lassen; zumindest möchte man die ursprüngliche Farbe wiederherstellen. Dies ist auch tatsächlich mit einigen Zahnpasten und anderen Bleichungsmethoden möglich, wessen Zähne sich aber über die Grundfarbe hinaus aufhellen sollen, der sollte sich einem professionellem Bleaching unterziehen, da dies die sichererste Variante ist um zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen.

Genug davon, widmen wir uns der Aktivkohle Zahnpasta.

Wie bereits erwähnt, soll die schwarze Zahncreme die Zähne aufhellen und vor Karies schützen. Dabei wird hauptsächlich die adsorbierende Eigenschaft der Aktivkohle in den Vordergrund gestellt.

Dass die Aktivkohle diese bindende Eigenschaft tatsächlich besitzt, steht ganz klar fest, als umstritten gilt aber inwiefern diese Eigenschaft in der Zahnpasta noch zur Geltung kommt. Wenn wir daran denken, dass die Zahnpasta bereits vor dem erstmaligen Öffnen der Tube durch den Konsumenten einige Zeit in der Verpackung war, ist es naheliegend, dass die Aktivkohle während dieser Zeit mit den übrigen Inhaltsstoffen der Zahnpasta reagiert hat und so schon gesättigt ist, bevor sie überhaupt in Kontakt mit den Zähnen kommt. In diesem Fall kann sie keinerlei Stoffe mehr aufnehmen.

Dennoch hat die Aktivkohle Zahnpasta einen weiteren Vorteil. Sie enthält grobkörnige Kohlepartikel, die Pigmente schnell von den Zähnen entfernen. Nach regelmäßigem Anwenden sieht man die ersten Ergebnisse auch tatsächlich binnen kurzer Zeit.

Gibt es auch Nachteile?

Leider hat auch dies einen Haken, denn die Kohlepartikel schrubben nicht nur Verfärbungen von den Zähnen, sie greifen über längere Zeit auch den schützenden Zahnschmelz an. Dadurch kann es zu temperaturempfindlichen Zähnen kommen, die darüber hinaus auch noch anfälliger für Karies werden. Des Weiteren raut die Zahnpasta die oberste Schicht der Zähne auf, wodurch sich Verfärbungen und Pigmente schneller festsetzen können.

Kurz gesagt, die Zahnpasta wirkt sehr gut für kurze Zeit, sollte dann aber wieder abgesetzt werden, um langfristige Schäden der Zähne zu vermeiden.
Im Prinzip verwendet man die Aktivkohle Zahnpasta genauso wie eine herkömmliche Zahnpasta. Also, zweimal täglich für drei Minuten putzen, ausspülen, fertig. Leider hat hier die schwarze Farbe der Paste einen Nachteil, denn zum einen hinterlässt sie Rückstände in den Zahnzwischenräumen, die sich nur durch gründliche Reinigung z.B. mit einer Zahnseide entfernen lassen. Die Flecken findet man aber auch im Waschbecken, sowie auf den Handtüchern und auch hier ist die Entfernung aufwendig bzw. schwierig. Preislich liegt die Zahnpasta mit Aktivkohle über den herkömmlichen Zahncremen. Je nachdem ob das Produkt inklusiver einer speziellen Zahnbürste angeboten wird oder nicht, varieren die Preise zwischen €10,- bis hin zu über €20,-.

Insider-Tipps

Beim Kauf einer Aktivkohle Zahnpasta sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass der Inhaltsstoff „Charcoal“ enthalten ist. Charcoal bedeutet echte Aktivkohle, denn es gibt mittlerweile einige Hersteller die den Trend nutzen indem sie ihre Produkte einfach schwarz färben ohne tatsächlich Aktivkohle zu verwenden. Auf diesen Produkten finden Sie Angaben wie „Carbon Black“, dies ist ein industrielles Färbungsmittel, das dem Produkt nur die schwarze Farbe verleiht.

Ein weiterer Tipp für die Anwendung von Aktivkohle ist Aktivkohle-Pulver. Wem die Verwendung von Aktivkohle Zahnpasta zu risikohaft ist, der kann sich seine eigene Zahnpasta machen. Hierbei mischt man einfach etwas Aktivkohle-Pulver mit etwas Wasser bis eine schwarze Paste entsteht. Diese trägt man mithilfe einer Zahnbürste sanft auf die Zähne auf und lässt sie dort ein paar Minuten einwirken. Danach gründlich ausspülen und die schwarzen Rückstände durch normales Zähneputzen mit einer herkömmlichen Zahnpasta entfernen.

Diese Variante hat den Vorteil, sehr viel schonender als das Putzen mit Aktivkohle zu sein, da die grobkörnigen Partikel den Zahnschmelz nicht entfernen. Außerdem ist das Aktivkohle-Pulver in der Verpackung noch nicht mit anderen Stoffen in Berührung gekommen und ist somit beim Auftragen auf die Zähne noch weitgehend ungesättigt und kann Keime und Bakterien im Mundraum aufnehmen und entfernen. Vom Putzen mit dem Pulver ist aber in jedem Fall abzuraten, denn das reine Pulver ist noch grobkörniger als der Zusatz in der Zahnpaste und greift daher den Zahnschmelz noch aggressiver an.

Fazit

Die Aktivkohle Zahnpasta verhilft, über kurzen Zeitraum angewendet, zu weißeren Zähnen, sollte allerdings mit Vorsicht genossen werden, denn eine zu lange Anwendung kann gravierende Schäden verursachen.

Wichtig ist der angegebene Inhaltsstoff „Charcoal“, alles andere ist reines Färbungsmittel. Alternativ kann ein Aktivkohle-Pulver verwendet werden. Richtig angewendet, ist dies schonender zu den Zähnen. Schlussendlich muss wohl jede/r selbst entscheiden, wie viel am Trend der schwarzen Zahnbürste tatsächlich dran ist. Fakt bleibt aber, dass sie nicht zu hundert Prozent das hält, was sie verspricht und vor allem Personen, die ohnehin schon empfindliche Zähne haben, sollten eher zu milderen Zahncremen greifen, um die Temperaturempfindlichkeit und die Anfälligkeit für Karies nicht zu verstärken.