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Was hilft gegen Zahnschmerzen

Was hilft gegen Zahnschmerzen?

Der plötzlich auftretende Zahnschmerz – Tipps und Tricks

Ob im Urlaub, in der Nacht oder Freitag nach Dienstschluss – Zahnschmerzen machen sich immer in den ungünstigsten Momenten bemerkbar. Verschwinden die Zahnschmerzen nicht nach wenigen Minuten von selbst, stellt sich der Betroffene die Frage: Was hilft gegen Zahnschmerzen? Ob Schmerz- oder Hausmittel – es gibt verschiedene Tipps und Tricks, wie man sich über die nächsten Stunden und Tagen retten kann. Jedoch bleibt dem Betroffenen der Weg zum Zahnarzt definitiv nicht erspart. Schlussendlich können mit Schmerz- und Hausmitteln nur Symptome, jedoch nicht die Ursachen bekämpft werden, die für den Zahnschmerz verantwortlich sind. Wer also in der Nacht auf Sonntag Zahnschmerzen bekommt und den zahnärztlichen Notdienst meiden möchte, sollte ein paar Tipps und Tricks befolgen, damit die Zeit bis zum Zahnarzttermin halbwegs erträglich bleibt.

Achtung: Treten Fieber und Schüttelfrost auf, sollte man sofort den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen!

Welcher Zahn verursacht die Schmerzen?

Woher kommt der Schmerz? Wer unter starken Zahnschmerzen leidet, wird natürlich wissen wollen, welcher Zahn für die auftretenden Schmerzen verantwortlich ist. Der Betroffene blickt in den Spiegel, sucht nach etwaigen Veränderungen oder „klopft“ den möglichen Übeltäter mit seinen Fingern (Tipp: Löffel!) ab. Zu beachten ist, ob der Schmerz bei kalten oder warmen Getränken auftaucht und stärker bzw. schwächer wird, wenn sich der Betroffene bewegt oder hinlegt. Wird der Schmerz mitunter stärker, wenn der Betroffene den Kopf nach vorne beugt? Ist der Schmerz plötzlich aufgetreten oder hat er sich langsam entwickelt? Fragen, die mitunter auch der Zahnarzt stellen wird, damit er herausfindet, um welche Art von Zahnschmerz es sich tatsächlich handelt. Mitunter muss es sich um keine sichtbaren Veränderungen handeln; in vielen Fällen ist nämlich nicht Karies für die Schmerzen verantwortlich. Fast alle akuten Zahnschmerzen werden von Entzündungen des Zahnfleisches bzw. der Zahnwurzelnerven verursacht.

Warum kommt es zu Schmerzen und was hilft gegen Zahnschmerzen?

  • Der Zahn kann von Karies befallen sein
  • Es liegen Entzündungen im Zahnfleisch oder in den Zahnfleischtaschen vor
  • Eine Füllung ist ausgefallen
  • Der Zahn ist abgebrochen
  • Der Nerv ist entzündet

Sorgen Schmerzmittel für eine Linderung der Symptome?

Was hilft gegen ZahnschmerzenEs gibt zahlreiche Schmerztabletten gegen Zahnschmerzen, die vorwiegend in akuten Phasen zum Einsatz kommen. Zu beachten ist, dass eine komplette Schmerzfreiheit nur in den seltensten Fällen erreicht wird. Wenn der Schmerz tatsächlich zur Gänze verschwindet, hält dieser Zustand – bei starken Zahnschmerzen – jedoch nicht lange an. Oftmals freuen sich Betroffene aber bereits, wenn sie zumindest zwei bis drei Stunden schmerzfrei sind. Wer unter starken Schmerzen leidet, wird unkonzentriert und unter Stimmungsschwankungen leiden; mitunter ist es dem Betroffenen auch nicht möglich, genügend Schlaf zu finden, da der Schmerz beim Liegen stärker wird.

Achtung: Der Betroffene sollte keinesfalls auf einem Federkissen schlafen; Federkissen haben die Eigenschaft, die Zahnschmerzen zu verschlimmern!

Empfehlenswerte Schmerzmittel – eine Übersicht

Zu den bekanntesten und wirksamsten Schmerzmitteln zählen Paracetamol und Ibuprofen. Auf Acetylsalicylsäure (Aspirin) sollte man verzichten; Acetylsalicylsäure hat eine blutverdünnende Wirkung. Viele Ärzte empfehlen auch Dolomo. Dabei handelt es sich um ein Kombinationspräparat aus Acetylsalicylsäure und Paracetamol, welches – abhängig von Tag und Nacht – eine unterschiedliche Zusammensetzung enthält. Während die Tages-Tabletten mit Coffein versetzt sind, ist in den Nachttabletten Codein enthalten. Auch Diclofenac wird – wenn starke Zahnschmerzen aufgetreten sind – gerne verschrieben; vorwiegend jedoch als Baustein zur Therapie einer cranio-mandibulären Dysfunktion. Tramadol (Tramal) eignen sich ebenfalls hervorragend, wenn der Betroffene unter besonders starken Zahnschmerzen leidet. Laut WHO zählt Tramal zu den „schwach wirkenden Opiaten“; ein stark wirkendes Opiat ist etwa Morphin. Ob Paracetamol, Ibuprofen, ASS oder Voltaren – allesamt sind, zumindest in Niedrigdosierungen – rezeptfrei und können in der Apotheke erworben werden. Für andere Schmerzmittel benötigt der Betroffene ein Rezept.

Die richtige Dosierung

Zu beachten ist natürlich die Dosierung. Wichtig ist, dass sich der Betroffene an die Packungsbeilage des Schmerzmittels hält. Werden drei bis maximal fünf Tabletten täglich empfohlen, wobei zwischen den Einnahmen ein Zeitfenster von mindestens 60 Minuten abgewartet werden soll, ist es nicht ratsam, sieben oder acht Tabletten, wobei zwei innerhalb von 10 Minuten eingenommen werden, zu konsumieren. Mitunter kann eine Überdosierung der Gesundheit und dem Wohlbefinden schaden. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass die Medikamente nicht ihre gesamte Wirkung entfalten können. Auch wenn es mitunter schwer fällt, noch weitere 60 Minuten zu warten, weil die Schmerzen stärker werden, sollte man niemals eine Eigendosierung vornehmen. Bringen die Tabletten nicht den gewünschten Erfolg, sollten daher andere gekauft und eingenommen werden. Helfen die Tabletten gar nicht, ist es ratsam, einen zahnmedizinischen Notdienst aufzusuchen.

Hausmittel statt Schmerztabletten

Wer lieber auf Hausmittel setzt, sollte sich bewusst sein, dass jene nicht der direkten Behandlung der Ursache dienen, sondern höchstens der Linderung der Symptome. Doch welche Hausmittel helfen gegen welche Arten von Schmerzen?

  • Zahnschmerzen auf Grund von Karies: Gewürznelke, Propolis
  • Zahnschmerzen nach einer Wurzelbehandlung: Kühlen
  • Zahnschmerzen nach einer Füllung: Gewürznelke
  • Zahnschmerzen durch Parodontitis (auch als Parodontose bekannt): Salbei, Spülung mit Kamille, Johannisbeersaft, grüner Tee Sencha, Teebaumöl-Verdünnung
  • Zahnschmerzen auf Grund Zahndurchbruch (Kindesalter): Kamillentee, Salbeitee, Veilchenwurzel
  • Aphte: Teebaumöl-Verdünnung

Kühlen
Klagt der Betroffene über eine Entzündung im Mundbereich, sollte er die betroffene Region kühlen. Wie bei allen anderen Entzündungen, lindert das direkte Kühlen die akuten Schmerzen. Kühlen sorgt für eine gedrosselte Blutzufuhr im schmerzenden Gebiet, sodass die Symptome besser werden. Auch verhindert das direkte Kühlen ein Fortschreiten der Entzündung. Wichtig ist, dass Kühlpacks aber nicht direkt auf die Haut gelegt werden; ein Tuch, das zwischen Haut und Kühlpack ist, soll verhindern, dass die Haut „Frostschäden“ erleidet. Kühlen hilft vor allem bei leichten bis mittleren Schmerzen; bei starken Schmerzen tritt lediglich eine sanfte, kaum spürbare Verbesserung ein.

Gewürznelken, Propolis und Teebaumöl-Verdünnung
Die Gewürznelken sind mit Abstand das bekannteste Hausmittel, wenn es um die Linderung akuter Zahnschmerzen geht. Auch eine Teebaumöl-Verdünnung und Propolis können Schmerzen lindern, da sie antiviral und antibakteriell wirken, wobei Propolis auch die Wundheilung unterstützt. Ein weiterer Tipp: Salbei. Auch in Salbei gibt es zahlreiche ätherische Öle, welche die Symptome lindern. Schmerzt eine offene Wunde im Zahnfleisch, hilft auch Salbeitee. Gewürznelken, Salbei und Teebaumöl-Verdünnungen helfen auch bei sehr starken Schmerzen.

Baldrian
Baldrian (Valeriana officinalis) ist der Liebling aller Katzen; der Geruch macht die Katzen euphorisch, weshalb Baldrian auch immer wieder als „Katzenwurzel“ bezeichnet wird. Baldrian hat auch eine ähnliche Wirkung auf den Menschen. Baldrian wirkt beruhigend und unterstützt beim Einschlafen; wer – auf Grund seiner Zahnschmerzen – Schlafprobleme hat, sollte daher unbedingt auf Baldrian vertrauen.

Bärlauch
Auch Bärlauch (Allium ursinum) hilft gegen starke Zahnschmerzen. Werden die Blätter im Mund zerkaut, bildet sich eine hochwirksame Schwefelverbindung, die etwa Thiosulfinat enthält und antibakteriell wirkt.

Fluoride
Sind freiliegende Zahnhälse für die Schmerzen verantwortlich, kann Zahnpasta für Linderung sorgen. Dabei sollte man etwas fluoridhaltige Zahnpasta auf die betroffene Stelle geben, damit der freigelegte Zahnhals geschützt wird.

Achtung: Schmerzen nach dem Zahnarztbesuch
Klagt der Betroffene über Schmerzen nach dem Zahnarztbesuch, muss er besonders vorsichtig sein. Nelken und Co. sind, wenn ein operativer Eingriff im Mundbereich durchgeführt wurde, verboten! Die Wunde darf keinesfalls berührt werden; der Patient sollte daher nur jene Arzneimittel einnehmen, welche vom Arzt verordnet wurden.

Weitere Tipps und Tricks

Akkupressur-Methode
Der linke Daumennagel wird auf den Punkt des schmerzenden Zahns gelegt; danach wird ein sanfter bis mittelstarker Druck auf den Zahn ausgelegt. Das mag zu Beginn für stärkere Schmerzen sorgen, lindert aber gleichzeitig die Beschwerden. Jene Methode hilft zumindest für wenige Augenblicke, kann aber – wenn sie richtig durchgeführt wird – den Schmerz für wenige Stunden verjagen.

Akkupressur-Methode
Grüner Tee
Hilft ebenfalls gegen Zahnschmerzen. Die betroffene Region ordentlich durchspülen und danach den Tee ausspucken.

Thymian-Schnaps
Auch wenn Alkohol im Regelfall vermieden werden sollte, hilft Thymian-Schnaps. Ein kleines Glas leer trinken bzw. zuvor spülen, kann die Schmerzen lindern.

Nelken-Öl
Einen Wattestab in Nelken-Öl tauchen und danach jene Stelle behandeln, die Schmerzen verursacht.

Steinklee
Einen halben Liter Wasser kochen, danach den Steinklee übergießen, abkühlen lassen und mehrmals spülen.

Kreide
Kreide reiben und danach durch das rechte oder linke Nasenloch – je nachdem, wo sich der Zahnschmerz befindet – ziehen.

Was sollte man vermeiden?

Es gibt viele hilfreiche Tipps und Tricks, jedoch auch immer wieder Empfehlungen, die definitiv nicht für eine Linderung, sondern eine Verschlechterung der Situation sorgen: Alkohol, Koffein und Wärme sind keine guten Wegbegleiter; sie sorgen für noch stärkere Schmerzen.

Was hilft gegen Zahnschmerzen? Ein Resümee

Immer wieder sind Menschen überzeugt, Karies würde die Zahnschmerzen verursachen. In vielen Fällen sind es aber nicht die Löcher in den Zähnen, sondern vorwiegend Entzündungen des Zahnfleischs oder der Zahnnerven, die für den pochenden und kaum auszuhaltenden Schmerz sorgen. Am Ende bleibt nur der Weg zum Zahnarzt. Stellt er eine Entzündung fest, wird eine spezielle Lösung verabreicht; handelt es sich um Karies, muss er zum Bohrer greifen. Keine Sorge – durch die örtliche Betäubung sind heute schmerzfreie Behandlungen möglich. Wichtig ist, dass man nicht zu lange wartet und regelmäßige kontrollärztliche Termine wahrnimmt, um einen Kariesbefall oder Entzündungen im Vorfeld zu erkennen bzw. zu verhindern.

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